Finanzen und Besoldung

Ratgeber für Lehramtsanwärter*innen

Für alle Lehramtsanwärter*innen (LAA) fällt der „Anwärtergrundbetrag“ unterschiedlich hoch aus. Es gibt drei Kategorien, die sich nach dem späteren Eingangsamt als Lehrkraft richten (A12, A13, A13 mit Zulage).

Hinzu kommt jeweils ein sog. Familienzuschlag, für den Fall, dass LAA verheiratet sind (Stufe 1) bzw. unterhaltspflichtige Kinder haben (Stufe 2ff). Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt es nicht (mehr). Die früher fällige Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) ist inzwischen in die Besoldungstabelle (Grundgehaltssätze) eingefügt worden. Wird der Vorbereitungsdienst verlängert (im Falle des Nichtbestehens der Prüfung oder aus sonstigen Gründen wie z.B. einer längeren Krankheit), erfolgt eventuell eine Reduzierung der Bezüge. Bei einer Verlängerung wegen Nichtbestehens reduzieren sich in der Regel die Bezüge um etwa 15 %.

Fahrtkosten

„Reisen zum Zwecke der Ausbildung“ können nach dem Reisekostengesetz erstattet werden, ein Rechtsanspruch darauf besteht für Lehramtsanwärter*innen (LAA) und Beschäftigte im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis (Seiteneinsteiger*innen) allerdings nicht. Die Kann-Bestimmung ist abhängig von der Haushaltslage. Wenn überhaupt werden die Aufwendungen lediglich bis zur „Höhe der Kosten für die niedrigste Klasse regelmäßig verkehrender Beförderungsmittel“ erstattet, und zwar nur dann, wenn Ausbildungsschule bzw. Seminar nicht am Wohnort liegen. Abrechnungsgrundlage für die Erstattung wird dann die jeweils kürzeste Entfernung zwischen Seminar und Schule bzw. Wohnort und Schule. Kann nachgewiesen werden, dass die Fahrt mit einem privaten PKW die günstigste Anreise zu Schule oder Seminar ermöglicht, wird Wegstreckenentschädigung i.H.v. 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer unter Zugrundelegung der kürzesten verkehrsüblichen Fahrtstrecke gezahlt.

Sozialhilfe/Hartz IV

Gegebenenfalls kann als finanzielle Überbrückung nach dem Ende des Vorbereitungsdienstes bis zur Beschäftigung im Schuldienst „Arbeitslosengeld II“ (oder Hartz IV) dienen. Als Leistungsarten dieser Grundsicherung für Arbeitssuchende sind Dienstleistungen und Geld- und Sachleistungen vorgesehen. Im ALG II enthalten sind 416 Euro (2018) monatliche Regelleistung für Alleinstehende bzw. 374 Euro für Partner*innen in der Bedarfsgemeinschaft, Kosten für angemessenen Wohnraum, inkl. Heizkosten, Beiträge zur Krankenversicherung, evtl. Mehrbedarf (z.B. bei Schwangerschaft, Krankheit oder Behinderung).

Um Leistungen zu erhalten, muss einer umfassenden Mitwirkungspflicht nachgekommen werden. Wer in einer sog. Bedarfsgemeinschaft lebt, muss von dieser, falls möglich, unterstützt werden. Als Bedarfsgemeinschaften zählen Ehen, eheähnliche Gemeinschaften und die Eltern. Anrechenbar auf die Regelleistung sind eigenes Einkommen und Vermögen. Im Bedarfsfall wendest du dich an die Agentur für Arbeit oder eine Beratungsstelle vor Ort.
Die Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen in Berlin – www.erwerbslos.de – vermittelt Kontakte und Adressen und gibt Informationen

Zahlung der Bezüge

Häufig kommt das für die Zahlung der Bezüge zuständige Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV) mit der Überweisung nicht rechtzeitig über und eine Mitteilung über die Besoldungsabrechnung bleibt aus. Als „Praxis für den Einstieg“ hat sich folgender Modus entwickelt: Anfang des ersten Ausbildungsmonats überweist das LBV eine Abschlagszahlung für den laufenden Monat, zum Monatsende erfolgt die Überweisung für den Folgemonat einschließlich des noch zu verrechnenden Restbetrages. Danach sollte dann regulär immer zu Anfang des Monats die Bezüge für den laufenden Monat überwiesen werden.