Mutterschutz, Elternzeit und Elterngeld

Ratgeber für Lehramtsanwärter*innen

Lehramtsanwärter*innen (LAA)  haben einen Anspruch auf Elternzeit für das zu betreuende Kind. Sie kann von jedem Elternteil allein oder von beiden gemeinsam genommen werden. Elternzeit ist höchstens bis zum 36. Lebensmonat des Kindes möglich.

Allein oder gemeinsam genommene Elternzeit kann auf zwei Zeitabschnitte verteilt werden. Mit Zustimmung der Dienststelle (Bezirksregierung) ist eine Übertragung von bis zu einem Jahr Elternzeit auf die Zeit zwischen dem vierten bis zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes, z.B. während des ersten Schuljahres, möglich. Wichtig: Während der Elternzeit darf die Entlassung von Beamt*innen auf Probe oder auf Widerruf (LAA) gegen deren Willen nicht ausgesprochen werden. Die Anmeldefrist für die Elternzeit beträgt sieben Wochen, der Antrag ist auf dem Dienstweg bei der Bezirksregierung (Dezernat 47, das entsprechende Formular gibt es im Seminar) zu stellen. Unabhängig von der Elternzeit kann auch Elterngeld beantragt werden. Das Elterngeld orientiert sich am individuellen Einkommen (grundsätzlich 65% des Nettoeinkommens der letzten 12 Monate, höchstens aber 1.800 Euro pro Monat) und ist für die ersten 12 bzw. 14 Lebensmonate  (zusammen zwei „Partnermonate“, wenn auch die Partner*innen min. zwei Monate zuhause bleiben) des Kindes zahlbar.

Mutterschutz

Natürlich gilt auch für Lehramtsanwärterinnen (LAA) die Mutterschutzverordnung (MuSchV). Sechs Wochen vor der Entbindung und acht Wochen nach der Entbindung dürfen sie nicht beschäftigt werden. Außerdem bestehen für Schwangere bestimmte Schutzvorschriften. So dürfen sie z. B. nicht zu Arbeiten herangezogen werden, die eine Gefahr bedeuten könnten (z. B. Pausenaufsicht). Der Vorbereitungsdienst kann aus Gründen des Mutterschutzes auch auf Antrag verlängert werden.

Schwangerschaft und Elternzeit

In deinem Interesse und zum Schutz, auch deines werdenden Kindes, empfiehlt es sich, eine bestehende Schwangerschaft umgehend mitzuteilen. Lege der Ausbildungsschule und dem ZfsL eine ärztliche Schwangerschaftsbescheinigung vor. Das ZfsL setzt daraufhin den zeitlichen Rahmen die Mutterschutzfrist fest. Das Seminar setzt daraufhin die Mutterschutzfrist fest. Für einen Zeitraum von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung wirst du vom Schuldienst unter Fortzahlung der Dienstbezüge befreit, sog. Mutterschutz. Wichtig: Bei einer Geburt vor dem errechneten Entbindungstermin verlängert sich die Schutzfrist von acht Wochen um den Zeitraum, der vor dem errechneten Termin nicht in Anspruch genommen werden konnte. Spezielle Regelung gibt es bei Mehrlings- und Frühgeburten. Nicht vergessen: Nach dem freudigen Ereignis der Bezirksregierung und dem LBV eine Geburtsurkunde vorlegen! Spätestens sieben Wochen vor dem gewünschten Termin muss ein Antrag auf Elternzeit bei der Bezirksregierung eingereicht werden.

Ratgeber für Berufseinsteiger*innen

Elternzeit musst du sieben Wochen vor Beginn schriftlich beantragen, verbunden mit der Erklärung, wann innerhalb von zwei Jahren du diese Zeit nehmen wirst. Die Elternzeit darf künftig auf bis zu drei Zeitabschnitte verteilt werden.

Neu ist die Flexibilisierung der Elternzeit: Du kannst statt bis zu 12 Monate nun bis zu 24 Monate auf das vierte bis achte Lebensjahr des Kindes übertragen. In der Elternzeit ist eine Teilzeitbeschäftigung möglich.

Ferienregelung

Nach der Freistellungs- und Urlaubsverordnung dürfen verbeamtete Lehrer*innen die Elternzeit während der Schulferien nicht unterbrechen. Diese Regelung gilt nicht für Tarifbeschäftigte. Bei der Wahl von Beginn und Ende der Elternzeit dürfen die Schulferien nicht ausgespart werden. Ausnahmen sind möglich, wenn beispielsweise der Elterngeldbezug endet.

Elterngeld

Da Elterngeld rückwirkend nur für drei Monate gezahlt werden kann, solltest du den Antrag unmittelbar nach Geburt des Kindes stellen. Die Bezugsdauer beträgt mindestens zwei bis maximal zwölf Monate. Sie erhöht sich um weitere zwei Monate, wenn auch der andere Elternteil mindestens zwei Monate Elterngeld bezieht. Für die Berechnung der Leistung ist der durchschnittliche Nettoverdienst der letzten zwölf Monate vor Beantragung maßgeblich. Elterngeld beträgt 65 bis 67 Prozent des Nettoeinkommens, begrenzt auf 1.800 Euro. Sonderzahlungen bleiben bei der Berechnung unberücksichtigt. Steuern und Sozialabgaben werden pauschal abgezogen. Auch wenn du im Bemessungszeitraum kein Erwerbseinkommen hattest, kannst du Elterngeld beantragen. Das Mindestelterngeld beträgt 300 Euro. Mehrlingsgeburten und Geschwisterbonus können das Elterngeld erhöhen. Einkommen aus einer Teilzeitbeschäftigung während des Bezugszeitraums wird angerechnet. Der Umfang der Teilzeitbeschäftigung darf nicht mehr als 25 bis 30 Wochenstunden betragen, abhängig von der Schulform sind das 16 bis 20,5 Pflichtstunden.

ElterngeldPlus

Alleinerziehende oder beide Elternteile, die während der Elternzeit teilzeitbeschäftigt sind, können für ab dem 1. Juli 2015 geborene Kinder neben dem Elterngeld das ElterngeldPlus beziehen. ElterngeldPlus verlängert die Bezugsdauer auf insgesamt 24 Monate zuzüglich vier Partnerschaftsmonate und damit für jeden Elternteil auf 14 Monate. Der Höhe nach ist das ElterngeldPlus auf die Hälfte des Elterngeldes monatlich begrenzt.