Arbeitszeit

Die Arbeitszeit der Lehrer*innen gliedert sich in zwei Teile: den gesetzlich vorgeschriebenen Teil, die Unterrichtsverpflichtung, und den disponiblen Teil.

Zum zweiten Bereich gehören Beratung, Aufsicht, Konferenzen, Sprechzeiten, Präsenzzeiten in den Ferien, sonstige in der Schule zu erledigende Aufgaben, Fortbildungen, Schulfahrten sowie die Unterrichtsvor- und -nachbereitung. Der Gesetzgeber oder der Dienstherr muss darauf achten, dass die Aufgaben von den Lehrer*innen in der vorgegebenen Arbeitszeit sachgerecht zu erledigen sind. Dies gilt auch, wenn sich die Arbeitszeitanteile im Rahmen der allgemeinen Arbeitszeit verschieben.

Mit der geltenden Arbeitszeitregelung wird der Arbeitgeber der Verpflichtung zu einem adäquaten Verhältnis zwischen vorgegebener Arbeitszeit und zu erledigenden Aufgaben nicht gerecht. Mit der Festlegung der Unterrichtsverpflichtung bleibt für die sonstigen wichtigen Aufgaben keine ausreichende Arbeitszeit.

Wöchentliche Unterrichtsverpflichtung

Die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung wird geregelt durch die Verordnung zur Ausführung des § 93 Abs. 2 Schulgesetz (BASS 11-11 Nr. 1). Außerdem gibt es dazu Verwaltungsvorschriften, die ebenfalls in der BASS (11-11 Nr.1/1.1) nachzulesen sind. Über die Sonderregelung für Lehrer*innen (§ 44 TV-L) sind auch tarifbeschäftigte Lehrkräfte direkt betroffen, da für sie die Arbeitszeitregelung der verbeamteten Kolleg*innen gilt.

Wöchentliche Pflichtstunden der Lehrer* innen

28 Grundschule    
28 Hauptschule    
28 Realschule        
25,5 Sekundarschule    
25,5 Gymnasium    
25,5 Gesamtschule    
25,5 Berufskolleg    
27,5 Förderschule        
27,5 Schule für Kranke
Weiterbildungskolleg
25 Abendrealschule    
22 Abendgymnasium    
22 Kolleg (Institut zur Erlangung der Hochschulreife)
22 Studienkolleg für ausländische Studierende

Die wöchentlichen 25,5 Pflichtstunden der Lehrer*innen an Gymnasien, Sekundar- und Gesamtschulen sowie Berufskollegs und die 27,5 Pflichtstunden an Förderschulen werden abwechselnd in einem Schuljahr auf eine volle Stundenzahl aufgerundet und im folgenden Schuljahr abgerundet. Die Arbeitszeit der Lehrer*innen an Förderschulen für geistige Entwicklung sowie für körperliche und motorische Entwicklung wird durch einen besonderen Erlass konkretisiert, der die Anrechnung unterschiedlicher Tätigkeitsbereiche auf die Unterrichtsverpflichtung regelt und in der Praxis zur Erhöhung der wöchentlichen Stundenzahl der Lehrer*innen führt (BASS 12-63 Nr. 1). Für Lehrer*innen im Gemeinsamen Lernen gilt die Arbeitszeit der Schulform, an der sie überwiegend eingesetzt werden.

Schulorganisatorische Erhöhung

Deine wöchentlichen Pflichtstunden können aus schulorganisatorischen Gründen um bis zu sechs Stunden über- oder unterschritten werden (§ 2 Abs. 4 VO zu § 93 Abs. 2 Schulgesetz NRW). Somit kann die Erteilung des Unterrichts im Schuljahresverlauf flexibler gestaltet werden. Dabei handelt es sich nicht um Mehrarbeit. Die vorübergehende Über- oder Unterschreitung der Pflichtstundenzahl soll möglichst im Einvernehmen geschehen. Die zusätzlichen oder weniger erteilten Unterrichtsstunden sind innerhalb des Schuljahres auszugleichen, ausnahmsweise im folgenden Schuljahr. Dies ist keine Grundlage für ein sogenanntes Arbeitszeitkonto. Bitte wende dich bei Unklarheiten an den Personalrat.

Anrechnungsstunden

Der Umfang der individuellen Arbeitszeit kann durch sog. Anrechnungsstunden gemindert werden. Wer ständig besondere schulische Aufgaben übernimmt und besonderen unterrichtlichen Belastungen ausgesetzt ist, kann dafür einen Ausgleich bekommen (§ 2 Abs. 5 der VO zu § 93 Abs. 2 Schulgesetz NRW). Nach welchen Grundsätzen die Anrechnungsstunden verteilt werden, entscheidet die Lehrerkonferenz auf Vorschlag der Schulleitung (§ 68 Abs. 3 Nr. 3 Schulgesetz NRW).

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