GEW NRW - Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
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Anforderungen an das Lehrerausbildungsgesetz

Begreifen zum Eingreifen

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat einen Entwurf zur Novelle des Lehrerausbildungsgesetzes vorgelegt. Der Entwurf sieht eine Reihe notwendiger Anpassungen an die universitäre und schulische Realität vor, zentrale Herausforderungen bleiben allerdings unbeantwortet.

Work hard and play by the rules?

Bildung und insbesondere Schulpraxis stehen seit jeher vor der Herausforderung, dass sie einerseits dazu beitragen sollen, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, und andererseits Menschen ermöglichen sollen, die Ordnung eben dieser Gesellschaft zu hinterfragen und zu verändern. Diese Herausforderung wurde und wird immer neu beantwortet. Zahlreiche Regelungen im LABG spiegeln den Diskurs der 1990er und 2000er Jahre wider. Angesichts sich zuspitzender Krisen in Wirtschaft, Umwelt, Krieg und Flucht ist zu hinterfragen, in wieweit die damaligen Antworten heute noch tragen und welche Konsequenzen für die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Lehrer*innenbildung zu ziehen sind, denn "teachers teach as they were taught, not as they were taught to teach" (Altmann 1983).

Was heißt Inklusion als gesellschaftliches Projekt für die Lehrer*innenbildung?

Zwar sieht der Entwurf für die Novelle des LABG vor, dass sich alle künftigen Lehrer*innen mit Inklusion befassen sollen. Gleichzeitig soll aber die gesamte Lehrer*innenbildung weiterhin an den Schulformen des mehrgliedrigen Schulsystems orientiert bleiben, das Schüler*innen auf Grund vermeintlich biologischer Unterschiede mit weitreichenden gesellschaftlichen und persönlichen Konsequenzen verschiedenen Schulen zuordnet. Angesichts dessen ist neu zu bestimmen, was Bildung insgesamt und Lehrer*innenbildung im Spezifischen dazu beitragen können, dass diversity nicht nur gemanaged wird. Vielmehr ist zu entwickeln, wie Verschiedenheit fruchtbar gemacht werden kann, sodass Menschen mit verschiedenen Voraussetzungen etwas miteinander anfangen und die epochalen Herausforderungen gemeinsam meistern können.Auch dafür sind im LABG die entsprechenden Rahmenbedingungen zu setzen.


Programm der Fachtagung

Dienstag,
26. Januar 2016, 11-16 Uhr


DGB-Haus Düsseldorf,
Friedrich-Ebert-Straße 34-38,
40210 Düsseldorf

Um Anmeldung wird gebeten:
anmeldung[at]labg-tagung.de

Programm

11:00 Ankommen

11:30 Begrüßung Maike Finnern,

stellvertretende Vorsitzende der GEW NRW

11:40 40 Jahre Versuch einer Reform der Lehrer*innenbildung
Historische Einordnung der aktuellen Auseinandersetzung von Torsten Bultmann

11:45 Work hard and play by the rules?

  • Bildung für Demokratie als Herausforderung für Lehrer*innenarbeit - Beitrag von Heinz Sünker
  • Konkret: Zielbestimmung des LABG, Ausrichtung des Pädagogikstudiums, (Master-)Zugang" und Auslauffristen der bisherigen Lehramtsstudiengänge
  • Diskussion


13:00 Pause / Mittagessen

14:00 Was heißt Inklusion für die Lehrer*innenbildung?

  • Ich habe nichts gegen Inklusion, aber meine Tochter soll mir bitte keinen Kevin mit nach Hause bringen - Sketch von Matthias Kröling und Georg Stein
  • Konkret: Lehrer*innenausbildung für eine Schule für alle, Stufen- versus Schulformen-Lehramt, Inklusion ist nicht nur Thema der Bildungswissenschaften
  • Diskussion


15:00 Pause


15:15 Was tun? Lehrer*innenbildung 2066, 2026, 2016
Podiumsdiskussion zu Entwicklungsperspektiven der Lehrer*innenbildung
(Moderation: Karl-Heinz Heinemann)

Der Programmflyer


Unsere Partner


Die Fachtagung wird in Kooperation mit weiteren Veranstaltern durchgeführt. Wir kooperieren - neben dem LandesLehramtsFachschaften - Treffen NRW (LaLeFa NRW) - mit folgenden Organisationen: